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Weitere Tote bei blutigen Zusammenstößen in Ägypten

02/03 | 20:19 GMT

In Ägypten haben sich wütende Demonstranten und Sicherheitskräfte zwei Tage nach den tödlichen Fußball-Krawallen erneut heftige Auseinandersetzungen geliefert. In Kairo ging die Polizei mit Tränengas gegen die steinewerfenden Demonstranten nahe des Innenministeriums vor.

Ausschreitungen in Ägypten

Kairo (AFP) - In Ägypten haben sich wütende Demonstranten und Sicherheitskräfte zwei Tage nach den tödlichen Fußball-Krawallen erneut heftige Auseinandersetzungen geliefert. In der Hauptstadt Kairo erstickten dabei nach Angaben von Ärzten zwei Demonstranten an Tränengas, in Suez wurden am Abend zuvor zwei Demonstranten erschossen. Auf dem Sinai wurden kurzzeitig zwei US-Touristinnen und ihr ägyptischer Reiseführer entführt.

Tränengas- und Rauchschwaden in Kairo

In Kairo ging die Polizei mit Tränengas gegen die steinewerfenden Demonstranten nahe des Innenministeriums vor, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Maskierte Demonstranten bahnten sich Wege durch Absperrungen aus Stacheldraht und entzündeten Feuer in einer Straße im Stadtzentrum. In einem Regierungsgebäude gegenüber vom Innenministerium brach Feuer aus, wie das Staatsfernsehen berichtete. Angaben zur Brandursache wurden nicht gemacht, Sicherheitskreisen zufolge waren aber kurz zuvor Unbekannte in das Gebäude eingedrungen.

Zusammenstöße in Kairo

Auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos versammelten sich tausende Menschen und riefen Slogans gegen den regierenden Militärrat. Nach den Freitagsgebeten zogen Demonstranten von den Moscheen in Richtung des Parlamentsgebäudes, um den Rücktritt der seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Husni Mubarak regierenden Generäle zu fordern.

Demonstranten in Kairo

Laut Innenministerium wurden am Freitag knapp 550 Menschen bei Protesten verletzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mena erlag ein am Vortag vor dem Innenministerium verletzter Soldat am Freitag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Auch in Suez setzten Beamte Rauchbomben und Tränengas gegen Protestierende ein. Dort wurden am Donnerstagabend bei einem Polizeieinsatz gegen Demonstranten zwei Menschen erschossen. Auch in Alexandria und Port Said gingen tausende aus Protest gegen den Militärrat auf die Straße.

Übersicht über schwere Unglücke in Stadien

Auslöser der Proteste waren Ausschreitungen nach einem Fußballspiel in Port Said, bei denen am Mittwoch 74 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden waren. Fans der Mannschaft Al-Masry aus Port Said waren auf das Spielfeld gestürmt und hatten Spieler und Anhänger der gegnerischen Mannschaft Al-Ahly aus Kairo angegriffen. Die bei der Parlamentswahl siegreichen islamistischen Muslimbrüder sprachen von politisch motivierter Gewalt.

VIDEO: Blutbad in Fußballstadion in Ägypten

Seit dem Volksaufstand gegen Mubarak vor einem Jahr kommt es immer wieder zu blutigen Unruhen in Ägypten, die Sicherheitslage in dem Land ist äußerst gespannt. Eine Entführung von zwei US-Touristinnen durch Beduinen auf dem Sinai ging dagegen am Freitag glimpflich aus: Die beiden Frauen und ihr ägyptischer Reiseführer wurden nach Verhandlungen mit den Entführern nach wenigen Stunden freigelassen, wie es aus Sicherheitskreisen hieß.

Die Touristinnen blieben unversehrt. Erst am Samstag war ein französischer Tourist bei einem bewaffneten Überfall im Badeort Scharm el Scheich getötet und ein Deutscher verletzt worden.

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