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Griechen aus Protest gegen Sparkurs auf den Barrikaden
02/07 | 15:11 GMT

©AFP / Louisa Gouliamaki
Ein Generalstreik gegen die Sparmaßnahmen hat das öffentliche Leben in Griechenland weitgehend lahmgelegt. Bei Protesten vor dem Parlament verbrannten Demonstranten auch eine deutsche Flagge. Am 20. März muss das mit 350 Milliarden Euro verschuldete Land mehr als 14 Milliarden Euro zurückzahlen, andernfalls droht die Staatspleite.

©AFP / Louisa Gouliamaki
Brennende deutsche Flagge in Athen
Athen (AFP) - Ein Generalstreik gegen die jüngsten Sparmaßnahmen hat das öffentliche Leben in Griechenland weitgehend lahmgelegt. Unter dem Motto "Es reicht" riefen die beiden großen Gewerkschaftsverbände für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst ihre Mitglieder zu Streiks und Kundgebungen auf. Bei Protesten vor dem Parlament verbrannten Demonstranten auch eine deutsche Flagge.
Bestreikt wurden Schulen, Ministerien, Banken und Krankenhäuser sowie der öffentliche Nahverkehr. In Athen setzten sich U-Bahnen und Busse mit Verspätung in Bewegung. Die Fährverbindungen wurden durch einen Ausstand der Seeleute behindert. Der Flugverkehr war indes nicht beeinträchtigt.

©AFP / Aris Messinis
Polizei und Demonstranten in Athen
Gegen Mittag versammelten sich im Nieselregen in der Hauptstadt und in Thessaloniki nach Polizeiangaben mehr als 20.000 Menschen zu Protestkundgebungen. Auf Spruchbändern hieß es "Nein zu den Entlassungen im öffentlichen Dienst", "Nein zur Senkung des Mindestlohns" und "Vorwärts bis zum Sieg". Vor dem Parlament versuchten Demonstranten auch, eine Hakenkreuzfahne anzustecken, wurden daran aber von der Polizei gehindert.
Die Regierung in Athen verhandelt seit Monaten mit Vertretern der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über die Bedingungen für ein zweites Hilfspaket im Umfang von mindestens 130 Milliarden Euro. Daneben spricht Athen mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt, der das Land um rund hundert Milliarden Euro entlasten soll. Die Zeit drängt, denn am 20. März muss das mit 350 Milliarden Euro verschuldete Land mehr als 14 Milliarden Euro zurückzahlen, andernfalls droht die Pleite.

©AFP / Aris Messinis
Demonstranten und Polizei in Athen
Im Gegenzug für weitere Milliardenkredite soll die griechische Regierung die Ausgaben drastisch reduzieren. Gefordert werden die Senkung des Mindestlohns von 751 Euro Brutto auf 570 Euro, die Abschaffung des 13. und 14. Monatslohns sowie die Entlassung von 150.000 Staatsbediensteten in den kommenden drei Jahren. Die Regierung unter Lucas Papademos verhandelt darüber mit den drei Koalitionsparteien. Am Dienstagabend sollte es erneut ein Treffen mit der konservativen Nea Dimokratia, der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK) und der ultrarechten LAOS-Partei geben.
Der Vorsitzende des griechischen Gewerkschaftsverbands für den Privatsektor (GSEE), Giannis Panagopoulos, lehnte eine Senkung des Mindestlohns ab. "Damit entzieht man der heimischen Nachfrage Geld und verschlimmert die Rezession nur noch", sagte Panagopoulos dem "Tagesspiegel". Mit einem Abschluss der Verhandlungen über die Bedingungen für ein zweites Hilfspaket rechnete er bis "Ende dieser Woche".

©AFP
Instrumente zur Euro-Rettung
Sollte das Paket zustande kommen, müsste auch der Bundestag entscheiden. Das Parlament sei auf "Stand-by", um gegebenenfalls rasch zusammenzukommen, sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU).
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach sich für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone aus. Die Einigung mit Athen stehe kurz bevor, sagte er in Brüssel. Eurogruppenchef Jean Claude Juncker sagte zum deutsch-französischen Vorstoß für ein Sonderkonto, durch das sichergestellt werden soll, dass Zahlungen an die griechischen Gläubiger auch tatsächlich geleistet werden, dies sei "keine abwegige Idee." Allerdings lägen ihm die Pläne bisher nur in wenigen Zeilen vor.
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Zwei mutmaßliche syrische Spione in Berlin festgenommen
02/07 | 16:25 GMT

©AFP / Stephanie Pilick
Zwei mutmaßliche syrischer Spione, die Regimegegner in Deutschland ausgespäht haben sollen, sind in Berlin festgenommen worden. Den beiden Männern wird vorgeworfen, jahrelang planmäßig syrische Oppositionelle ausgeforscht zu haben.

©AFP / Stephanie Pilick
Syrische Botschaft in Berlin
Berlin/Karlsruhe (AFP) - Zwei mutmaßliche syrischer Spione, die Regimegegner in Deutschland ausgespäht haben sollen, sind in Berlin festgenommen worden. Den beiden Männern wird vorgeworfen, jahrelang planmäßig syrische Oppositionelle ausgeforscht zu haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) ließ wegen des Vorgangs den syrischen Botschafter in Deutschland einbestellen.
Bei den beiden Festgenommen handelt es sich um den 47-jährigen Deutsch-Libanesen Mahmoud El A. und den 34-jährigen Syrer Akram O. Sechs weitere Beschuldigten sollen sich an der Ausspähung beteiligt haben. Im Zuge der Festnahmen wurden auch die Wohnungen der beiden Männer sowie der übrigen Beschuldigten durchsucht. Unter Anleitung der Bundesanwaltschaft waren etwa 70 Beamte des Bundeskriminalamts und des Landeskriminalamts Berlin an dem Einsatz beteiligt.

©AFP / Stephanie Pilick
Parolen an der Außenwand der syrischen Botschaft
Mahmoud El A. und Akram O. sollen am Mittwoch in Berlin dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihnen die Haftbefehle eröffnen soll. Den strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Beschuldigten waren demnach umfangreiche Maßnahmen des Bundesamts für Verfassungsschutz vorausgegangen. Mit den weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen beauftragte die Bundesanwaltschaft das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Berlin.
Westerwelle sagte zu der Einbestellung des Botschafters, ein "etwaiges Vorgehen gegen syrische Oppositionelle" könne in keiner Weise akzeptiert werden.
Ende vergangenen Jahres hatte der Fall des Berliner Grünen-Politikers Ferhad Ahma für Aufsehen gesorgt, der in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag in seiner Wohnung von zwei Männern überfallen und verletzt worden war. Er gehört dem oppositionellen Syrischen Nationalrat (SNC) an.
Die Grünen hatten seinerzeit die Vermutung geäußert, dass es sich bei den Angreifern um Mitarbeiter des syrischen Geheimdienstes gehandelt haben könnte. Nach AFP-Informationen stehen die Festnahmen vom Dienstag aber nicht im Zusammenhang mit dem Angriff auf Ferhad Ahma.

DEUTSCHLAND
Zwei mutmaßliche syrische Spione in Berlin ...Weitere Todesopfer in Europa durch sibirische Kälte
02/07 | 15:47 GMT

©AFP / Yuriy Dyachyshyn
Die klirrende Kälte hat in Deutschland zu einem weiteren Todesopfer geführt, auch in Osteuropa starben Menschen in Folge der eisigen Temperaturen. Zum Wochenende soll es wieder etwas wärmer werden.

©AFP / Yuriy Dyachyshyn
Obdachloser in der Ukraine
Nienburg (AFP) - Die extreme Kälte in Deutschland wird voraussichtlich noch bis zum Wochenende andauern. Wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte, sind die kältesten Nächte jedoch erst einmal vorbei, zum Wochenende wird dann nasskaltes Wetter bei milderen Temperaturen erwartet. Europaweit stieg die Zahl der Kältetoten weiter an, auch in Deutschland gab es ein weiteres Opfer.

©AFP / Stefan Sauer
Kälte in Deutschland
Die Nacht zum Dienstag war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wiederum eisig, allerdings gab es nur noch ganz vereinzelt Rekordwerte. In Stiege in Sachsen-Anhalt wurden minus 25,7 Grad gemessen, in Eslohe in Nordrhein-Westfalen waren es minus 19,9 Grad. Während die kältesten Nächte den Wetterexperten zufolge jetzt erst einmal vorbei zu sein scheinen, bleibt es tagsüber frostig. Am Donnerstag kommt von Osten her ein neues Schneefallgebiet, das vor allem der Südosthälfte Deutschlands wieder einige Zentimeter Neuschnee bescheren kann.
Am Wochenende wird es laut Vorhersage dann eher nasskalt. Neue Fronten bringen Schnee und Schneeregen. Nachts gibt es kommende Woche dann voraussichtlich meist nur noch leichten Frost und tagsüber klettern die Temperaturen etwas über die Null-Grad-Marke.

©AFP / Arno Burgi
Dick eingepackte Frau in Dresden
Die Obduktion eines 75-Jährigen, der in der vergangenen Woche bei Landesbergen in Niedersachsen leblos neben seinem Auto gefunden worden war, ergab nach Angaben der Polizei in Nienburg, dass der Mann an Unterkühlung starb. Vergangene Woche war auch ein 55-jähriger Obdachloser in Magdeburg erfroren. Bei mindestens vier weiteren Todesfällen in Deutschland geht die Polizei von Erfrierungen aus, die genaue Todesursache ist jedoch unklar.

©AFP
Kältetote in Europa
Auch in weiten Teilen Osteuropas hielt die klirrende Kälte an. In Polen stieg die Zahl der Kältetoten seit Beginn der jetzigen Kältewelle Ende Januar auf 68. Aufgrund defekter Ofenheizungen oder Heizlüfter gab es weitere Fälle von Kohlenmonoxidvergiftungen, davon endeten zwei tödlich.
Auch in Tschechien gab es einen weiteren Kältetoten. In Bosnien starb ebenfalls ein weiterer Mensch aufgrund der Kälte. Damit stieg die Zahl der Kältetoten auf dem Balkan auf 19. Mehr als 70.000 Menschen in entlegenen Bergdörfern der Region waren wegen des Schnees weiter von der Außenwelt abgeschnitten.
©AFP
VIDEO: Flucht vor dem Kältetod in den Untergrund
In Bulgarien tobten heftige Schneestürme, dort waren tags zuvor bei Überschwemmungen acht Menschen ums Leben gekommen. Durch die Schneemassen hatten Rettungskräfte Probleme, den Menschen im überschwemmten Ort Biser im Südosten des Landes zu helfen. Biser war am Montag mit eisigem Wasser überschwemmt worden, nachdem dort die Wand eines Staudamms unter dem Druck der Regenmassen gebrochen war.
Die EU-Kommissarin für Humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva, der bulgarische Präsident Rossen Plewneijew und Ministerpräsident Boiko Borissow wollten Biser und andere überschwemmte Orte in Bulgarien besuchen. Auch der Nordosten Bulgariens litt unter starkem Schneefall. Der Verkehr brach weitgehend zusammen.
In Russland stürzte ein Mann, der mit dem Fahrrad die zugefrorene Moskwa überqueren wollte, ins Wasser. Nach Angaben der zuständigen Behörde konnte der 42-Jährige von Rettungskräften aus dem eiskalten Nass gezogen werden.




